GPLB-Prüfungen

07 Apr. 2026

Lohnabgabenprüfung (GPLB): Worauf Unternehmen jetzt achten sollten

Im Rahmen einer GPLB prüft die Behörde die korrekte Abfuhr von Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträgen und lohnabhängigen Abgaben sowie die Einhaltung arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Vorschriften. Fehler können teuer werden: Nachforderungen für mehrere Jahre werden oft auf einmal fällig, zusätzlich drohen bei vorsätzlichen Verstößen empfindliche Strafen bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen.
Die gute Nachricht: Mit sauberer Organisation und vorausschauender Gestaltung lassen sich Risiken deutlich reduzieren.

Worauf es in der Praxis besonders ankommt

Ein zentraler Prüfungsbereich sind Arbeitszeitaufzeichnungen. Diese müssen vollständig und nachvollziehbar geführt werden – inklusive Arbeitszeiten, Pausen sowie konsumiertem Zeitausgleich. Fehlende oder unklare Aufzeichnungen führen rasch zu Nachzahlungen, etwa wenn Überstunden nicht korrekt belegt werden können.
Auch die korrekte Abrechnung von Überstunden ist ein Dauerbrenner. Zuschläge (typisch 50 %, bzw. 100 % an Sonn- und Feiertagen) sowie kollektivvertragliche Sonderregelungen müssen zwingend eingehalten werden. Werden branchenspezifische Vorgaben übersehen, drohen Nachverrechnungen.
Bei der flexiblen Arbeitszeitgestaltung (z. B. Durchrechnungszeiträume oder Gleitzeit) gilt: Nur sauber vereinbarte und dokumentierte Modelle sind prüfungssicher. Fehlt eine klare Vereinbarung, werden Mehrstunden automatisch als zuschlagspflichtige Überstunden gewertet – mit entsprechenden finanziellen Folgen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Sachbezug bei Firmen-PKW. Die private Nutzung muss korrekt bewertet und versteuert werden. Entscheidend sind vollständige Unterlagen zu Anschaffungskosten und ein lückenloses Fahrtenbuch – insbesondere bei reduzierten Sachbezügen (z. B. unter 500 km Privatnutzung monatlich).
Besondere Aufmerksamkeit erfordern auch geringfügige und fallweise Beschäftigungen. Werden mehrere geringfügig Beschäftigte eingesetzt, kann zusätzlich die Dienstgeberabgabe anfallen – ein häufiger Fehler in der Praxis. Bei fallweisen Beschäftigungen ist genau zu prüfen, ob tatsächlich Unregelmäßigkeit vorliegt. Sobald ein erkennbares Muster entsteht, liegt ein durchgehendes Dienstverhältnis vor – mit voller Sozialversicherungspflicht.

Fazit für die Praxis

Eine prüfungssichere Lohnverrechnung steht und fällt mit vollständiger Dokumentation, klaren Vereinbarungen und laufender Kontrolle. Fehler lassen sich im Nachhinein meist nur schwer korrigieren – und werden teuer. Wer frühzeitig strukturiert arbeitet und komplexe Sachverhalte sauber dokumentiert, reduziert das Risiko erheblich und geht gelassener in jede GPLB.
Lassen Sie sich gerne bei uns beraten um bestmöglich vorbereitet zu sein.