Jahressteuergesetz 2018

19 Sep 2018

Mit 14. August 2018 wurde das Jahressteuergesetz 2018 (JStG 2018) im Bundesgesetzblatt (BGBl. I Nr. 62/2018) kundgemacht.

Was sind die wichtigsten Änderungen?

Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick:

Änderungen im Einkommensteuergesetz:

Familienbonus Plus

Mit dem Familienbonus Plus entfallen ab 01.01.2019 die derzeitig absetzbaren Kinderbetreuungskosten sowie der Kinderfreibetrag. Im Gegensatz zum bisherigen Freibetrag ist der Familienbonus Plus ein Absetzbetrag, der Ihre Steuerlast direkt reduziert. Die Steuerlast kann sich pro Kind und Jahr um bis zu 1.500 EUR reduzieren. Voraussetzung für den Familienbonus Plus ist allerdings, dass Sie für Ihr Kind Familienbeihilfe beziehen. Nach dem 18. Geburtstag Ihres Kindes steht Ihnen dann nur noch ein reduzierter Absetzbetrag in Höhe von maximal 500 EUR jährlich zu. Alleinerziehende bzw. Alleinverdienende Geringverdiener, die keine oder nur eine geringe Steuer bezahlen, erhalten zudem künftig einen so genannten Kindermehrbetrag. Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen Ihrer Steuerlast und 250 EUR. Maximal kann der Kindermehrbetrag allerdings nur 250 EUR betragen. Der Familienbonus Plus kann zudem auch durch den Arbeitgeber in der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt werden.

Wegzugsbesteuerung

Bei grenzüberschreitender Verlegung des Sitzes oder grenzüberschreitender Überführung von Wirtschaftsgütern oder Betrieben ins Ausland kam es auch jetzt schon zu einer Besteuerung nicht realisierter Gewinne. Bisher war für eine Ratenzahlung bei Anlagevermögen allerdings ein Zeitraum von sieben Jahren vorgesehen. Dieser Zeitraum wird durch das JStG 2018 auf fünf Jahre verkürzt. Der Ratenzahlungszeitraum für Umlaufvermögen bleibt hingegen unverändert bei zwei Jahren.

Steuerabzug bei Einkünften aus Anlass der Einräumung von Leitungsrechten

Für Einkünfte im Zusammenhang mit dem eingeräumten Recht für einen Infrastrukturbetreiber, den Grund und Boden zur Errichtung und zum Betrieb von ober- oder unterirdischen Leitungen im öffentlichen Interesse zu nutzen gibt es ab dem 01.01.2019 eine neue Abzugsteuer. Die Abzugsteuer beträgt 10 % und ist vom Infrastrukturbetreiber einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Schuldner der Abzugsteuer ist jedoch der Empfänger der Einkünfte. Die Bemessungsgrundlage für die Abzugsteuer ist der bezahlte Betrag vor Berücksichtigung der Abzugsteuer exklusive Umsatzsteuer. Als Infrastrukturbetreiber gelten: Elektrizitätsunternehmen, Erdgasunternehmen, dem Mineralrohstoffgesetz unterliegende Unternehmen, die Leitungsanlagen zum Zwecke des Transportes gasförmiger oder flüssiger Kohlenwasserstoffe betreiben und Fernwärmeversorgungsunternehmen. Diese Bestimmung gilt auch sinngemäß für Körperschaften. Hier beträgt die Abzugsteuer allerdings nur 8,25%.

Änderungen im Körperschaftsteuergesetz:

Passiveinkünfte niedrigbesteuerter Körperschaften

Bisher unterlagen nur niedrig besteuerte Passiveinkünfte bei einer allfälligen Gewinnausschüttung auf Grund eines Methodenwechsels der österreichischen Steuer.

Das JStG 2018 ändert die alte Rechtslage nun folgendermaßen:

Die Passiveinkünfte (Zinsen, Lizenzgebühren, Dividenden, etc.) einer niedrigbesteuerten ausländischen Körperschaft sind der beherrschenden österreichischen Körperschaft hinzuzurechnen, soweit die Passiveinkünfte mehr als ein Drittel der gesamten Einkünfte der ausländischen Körperschaft betragen. Beherrscht wir die ausländische Körperschaft, wenn die beherrschende Körperschaft unmittelbar oder mittelbar mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Kapitals oder Anspruch auf mehr als 50 % der Gewinne hat. Als Niedrigbesteuerung gilt zudem eine tatsächliche Steuerbelastung im Ausland von nicht mehr als 12,5 %. Die Hinzurechnung erfolgt im Ausmaß der von der beherrschenden Körperschaft gehaltenen Beteiligung am Nennkapital der ausländischen beherrschten Körperschaft und gilt nur für Gewinne.

Erträge aus internationalen Schachtelbeteiligungen sowie aus qualifizierten Portfoliobeteiligungen sind bei der beteiligten Körperschaft nicht mehr von der Körperschaftsteuer befreit, sondern unterliegen unter Anrechnung der ausländischen Steuer der Steuerpflicht (Methodenwechsel).

Sollten Sie Fragen bezüglich des Jahressteuergesetzes 2018 haben, können Sie sich gerne jederzeit mit Ihren Fragen an uns wenden!